Reparaturfonds des Bundes: Gewessler vergisst auf Fahrräder

16. April 2022

Mit Verzögerung soll der bundesweite Reparaturbonus aus dem Hause der Umweltministerin Gewessler im Mai starten. Dann läuft der beliebte Salzburger Reparaturbonus endgültig aus. Das neue Förder-System wirft aber Fragen auf. „Gewesslers Reparatur-Förderung schüttet Steuergeld für teure E-Bikes aus, vergisst aber auf normale Fahrräder. Das ist eine soziale Schieflage und ökologisch unvernünftig“, sagt der Salzburger Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS): „Die Verzögerung durch IT-Probleme macht ein Zeitfenster auf, diese Lücke zu korrigieren. Ich appelliere an Stadträtin Martina Berthold, sich bei ihrer Parteifreundin für ihr Herzensthema Fahrrad stark zu machen.“

Soziale Schieflage droht
Die Information für Partnerbetriebe auf der Website des bundesweiten Reparaturbonus zeigt, dass ausschließlich E-Bikes für eine Förderung in Frage kommen sollen. Das bestätigte eine Rückfrage bei der durchführenden Agentur. „Es ist absurd, die Reparatur sündteurer E-Bikes mit Steuergeld zu fördern, aber den klassischen Drahtesel für Jedermann auszuschließen. Die breite Mehrheit hat kein E-Bike für 1.500 bis 4.000 Euro. Diese soziale Schieflage gehört korrigiert“, sagt Dankl: „Hier hat sich offenbar eine Lobby durchgesetzt. Aber eine soziale Klimapolitik muss die breite Mehrheit der Bevölkerung im Blick haben.“

Reparaturbonus bei klassischen Rädern wichtiger
Hinzu kommt, dass die Reparaturförderung bei den günstigeren klassischen Fahrrädern eher den Ausschlag gibt, ob es repariert oder weggeworfen wird. „Wenn die Reparatur halb so viel kostet wie ein neues Rad, landet es eher auf der Müllhalde. Da würde der Reparaturbonus mit bis zu 200 Euro einen großen Unterschied machen. Hingegen repariert man ein mehrere tausend Euro teures E-Bike auch ohne zusätzliches Steuergeld“, sagt Dankl. Das würde auch vielen kleinen Betrieben und Werkstätten in der Stadt Salzburg zugutekommen.

Dankl appelliert an Berthold
Um eine soziale Schieflage und die Benachteiligung klassischer Fahrräder abzuwenden, appelliert Dankl an die Salzburger Stadträtin Martina Berthold (Grüne), sich bei ihrer Parteifreundin für eine Öffnung der Richtlinien stark zu machen: „Berthold hat als Grüne Stadträtin einen guten Draht ins Gewesslers Umweltministerium. Sie bewirbt Radfahren bekanntlich als ihr Kernthema und muss sich jetzt einschalten, damit soziale und ökologisch vernünftige Richtlinien kommen.“