Preiserhöhung bei Fernwärme: Haslauer und Preuner gefordert

Vor allem Stadt-Salzburger mit niedrigen Einkommen in großen Wohnanlagen sind betroffen
30. Juni 2022

Die Salzburg AG hebt den Preis für Fernwärme kräftig an: Ab 1. September müssen Haushalte in Hallein und der Stadt Salzburg um 28 Prozent mehr zahlen. Betroffen sind rund 35.000 Haushalte. Ihnen drohen Mehrkosten von 300 bis 400 Euro im Jahr. Hinzu kommen indirekte Zusatzkosten über die Betriebskosten. „Fernwärme wird überdurchschnittlich oft von Haushalten mit niedrigen Einkommen genutzt, die in großen Wohnanlagen leben. Neben den steigenden Mieten, Strom- und Lebensmittelpreisen droht jetzt vielen der Absturz in die Armut“, sagt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS): „Angesichts der Rekord-Gewinnausschüttung an die Stadt- und Landesregierung sind ÖVP-Bürgermeister Preuner und Landeshauptmann Haslauer gefordert, diese Kosten abzufedern. Sie müssen die Gewinne der Salzburg AG müssen an die Bevölkerung weitergeben.“

Salzburger mit wenig Einkommen besonders betroffen
Fernwärme wird überproportional häufig von Haushalten mit niedrigen Einkommen genutzt, die in Mehrparteienhäusern wohnen. Das zeigt auch der Blick auf die Stadtteile: Das Fernwärmenetz ist insbesondere in den dicht bebauten Stadtteilen Lehen, Liefering, Elisabeth-Vorstadt und Schallmoos gut ausgebaut. Hinzu kommen Teile der Altstadt, das Andräviertel und Salzburg Süd.

„Wer jetzt schon mit wenig Geld durch den Monat kommen muss, leidet besonders stark unter der Teuerung. In einem Sozialstaat ist es die Pflicht der Politik, diese Härten abzufedern. Es braucht einen Abschalteverzicht, damit keine Salzburger Familie im Winter in einer kalten Wohnung sitzt, und Ausgleichszahlungen für die breite Mehrheit“, sagt Dankl.

Salzburg AG blühen Rekord-Gewinne
Für die Entscheidung der Konzernleitung, den Fernwärmetarif um fast ein Drittel zu erhöhen, hat Dankl kein Verständnis: „Die Salzburg AG wird heuer noch größere Gewinne machen als im Rekord-Jahr davor. Ein Beispiel: Sie produzieren billig Strom aus Wasserkraft, den sie zu Marktpreisen teuer verkaufen. Die Gewinnspanne ist groß genug, um die Teuerung bei Fernwärme aufzufangen und den Haushalten diese Zusatzbelastung zu ersparen.“

Preuner sitzt auf 9,4 Mio. Euro Dividende
Über 9,4 Mio. Euro an Salzburg AG-Gewinnen fließen heuer in das Budget von ÖVP-Bürgermeister Preuner – ein historischer Rekord. „Bürgermeister Preuner sitzt auf Rekord-Dividenden und poliert damit sein Budget auf, das voll ist mit teuren Prestigeprojekten. Gerecht wäre, diese Gewinne der Bevölkerung zur Entlastung zurückzugeben“, sagt Dankl: „Die steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten gehören abgefedert. Mit etwas guten Willen wäre das leicht möglich – zumal die Stadtregierung im Vorjahr trotz Corona-Krise einen Budgetüberschuss von 16 Mio. Euro verbucht hat.“