Personalmangel in Kindergärten: städtische Dienstwohnungen sollen Erleichterung bringen

7. April 2022

Am Montag musste der erste städtische Kindergarten wegen Personalmangel schließen. Der Kindergarten in Aigen war schon davor wochenlang im Notbetrieb. Auch in den anderen Kindergärten ist die Lage angespannt. Es fehlt an Personal, die Ausfälle mehren sich und die Belastungen durch Corona sind hoch. Die Reaktion des ressortzuständigen Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ), sich von der Bundesregierung mehr Ausbildungsplätze zu wünschen, sei zwar richtig, aber zu wenig, sagt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS): „Die Lage in den Kindergärten spitzt sich zu. Das Personal gehört entlastet. Die Stadt sollte dem Kindergartenpersonal Dienstwohnungen anbieten oder sie besser bezahlen. Bei den teuren Wohnkosten wird der Beruf sonst unattraktiv. Solche Dienstwohnungen kann die Stadt selbst bauen oder ankaufen. Das ist auch eine Investition in den langfristigen Wohlstand der Stadt.“

Dienstwohnungen wie für Pflegekräfte
Für Pflegekräfte, die ebenfalls händeringend gesucht werden, gibt es das in Ansätzen bereits. Ein stadteigenes Gebäude in der Eniglstraße in Maxglan beherbergt seit 2020 Dienstwohnungen für Pflegekräfte in städtischen Seniorenwohnheimen. Die Generalsanierung und Adaptierung hat die stadteigene Immobilienverwaltung KGL übernommen.

Für die Beschäftigten der Landeskliniken bietet allein die Lanserhofsiedlung an der Moosstraße 353 Dienstwohnungen. Mit dem Umbau kommen 180 neue hinzu. Die Mieten der Starterwohnungen liegen unter zehn Euro pro Quadratmeter. Auch Gastronomiebetriebe setzen bei der Suche nach qualifiziertem Personal verstärkt auf Dienstwohnungen. „Die Mieten und Wohnkosten steigen Jahr für Jahr. Die teuren Wohnkosten vertreiben schon jetzt Personal, das wird in der Stadt Salzburg dringend brauchen – ob in der Pflege, im Tourismus oder in der Kinderbetreuung. Wenn die Stadt jetzt nicht einlenkt, führt das zu einer Katastrophe“, sagt Dankl.