Kinderbetreuung und Pflege: Dienstwohnungen könnten Personalnot lindern

18.05.2022

Im April musste ein Kindergarten in der Stadt Salzburg aus Personalmangel schließen, im Juni muss das städtische Seniorenwohnheim in Taxham zusperren. Die Personalnot bei Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen beschäftigte am Mittwoch den Salzburger Gemeinderat in der „Aktuellen Stunde“. Trotz der vielschichtigen Kompetenzverteilung zwischen Bund, Länder und Gemeinden könne die Stadt Salzburg einen Beitrag leisten, sagt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS): „Wenn die Stadt gutes Personal will, muss sie die Arbeit attraktiv gestalten. Ein höheres Grundgehalt hilft zwar, droht aber von den steigenden Wohnkosten aufgefressen zu werden. Die Stadt sollte wieder anfangen, leistbare Dienstwohnungen zu bauen.“

KPÖ PLUS will leistbare Dienstwohnungen
Als Vorbilder nennt Dankl ein stadteigenes Gebäude in der Eniglstraße in Maxglan. Seit zwei Jahren beherbergt es Dienstwohnungen für Pflegekräfte in städtischen Seniorenwohnheimen. In der Lanserhofsiedlung an der Moosstraße gibt es über 350 Dienstwohnungen der Landeskliniken. Weitere 180 Wohnungen kommen durch einen Umbau hinzu. Die Mieten der Starterwohnungen liegen unter zehn Euro pro Quadratmeter. „Salzburg ist eines der teuersten Pflaster zum Wohnen. Leistbare Dienstwohnungen sind ein Schlüssel, um die Personalnot in Pflege und Kinderbetreuung zu lindern“, sagt Dankl.

„Grazer Modell“ für Pflege in den eigenen vier Wänden
Auch für pflegebedürftige SalzburgerInnen könnte die städtische Wohnungspolitik etwas tun. Dankl verweist auf das „Grazer Modell“, das mit Zustimmung aller Parteien in der steirischen Landeshauptstadt auf Schiene gebracht wurde. „In Graz unterstützt die Stadt pflegebedürftige Pensionisten mit niedrigen Einkommen mit Zuschüssen, um die Kosten für Heimhilfen und Pflegeassistenz zu tragen. So können sie in den eigenen vier Wänden bleiben, anstatt in ein Pflegeheim zu ziehen“, sagt Dankl. Das ermöglicht mehr Selbstbestimmung und ein Leben im vertrauen Umfeld.

Außerdem spart sich die Stadt damit Geld. „Ein Heimplatz kostet rund sieben Mal mehr als die Zuschüsse für die Pflege zuhause. Das Grazer Modell ist eine doppelte Entlastung – für die pflegebedürftigen Menschen und das Budget der Stadt“, sagt Dankl. Er will prüfen lassen, wie das „Grazer Modell“ für Salzburg übernommen und angepasst werden könnte. Ergänzend sollte die Landesregierung einen Teil der ungenutzten Wohnbauförder-Millionen einsetzen, um Wohnungen von pflegebedürftigen Pensionisten barrierefrei zu gestalten.

Die Rede von Gemeinderat Kay-Michael Dankl gibt es hier zum Nachschauen.