Freibäder: Gemeinderat weitet Sozialtarif auf Mindestpensionisten aus

20.05.2022

 Die ermäßigte Saisonkarte für 19 statt 85 Euro gilt ab sofort auch für Mindestpensionisten

Damit die Abkühlung an Hitzetagen nicht am Geldbörserl scheitert, bietet die Stadt Salzburg heuer erstmals einen ermäßigten Sozial-Tarif für die städtischen Freibäder an. Das hat Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) im vergangenen Herbst beantragt und das Stadtparlament diesen Mittwoch mit Zustimmung aller Parteien beschlossen. Die ermäßigte Saisonkarte kostet 19 statt 85 Euro und für Familien 32,50 statt 97 Euro. Dank eines Zusatzantrages der SPÖ gilt diese Ermäßigung nicht nur für Stadt-Salzburger, die auf Sozialunterstützung angewiesen sind, sondern auch für Mindestpensionisten. „Die ermäßigte Saisonkarte ist ein erster guter Schritt. Salzburg ist ohnehin das teuerste Pflaster zum Wohnen, da soll die Abkühlung an Hitzetagen nicht am Geld scheitern“, sagt Dankl: „Im nächsten Schritt braucht es eine Ausweitung der Ermäßigung und einen kostenfreien Eintritt für Kinder und Jugendliche.“  

Abkühlung und Teilhabe
Die ermäßigte Saisonkarte kann an der Kasse der Freibäder erworben werden. Dabei reicht der Nachweis, dass man die Ausgleichszulage für Mindestpensionisten oder Sozialunterstützung bezieht, zusammen mit einem Lichtbildausweis. „Freibäder sollten für alle Salzburger leistbar sein. Es geht um Abkühlung an heißen Tagen, aber auch um gesellschaftliche Teilhabe am Leben in der Stadt“, sagt Dankl: „Ich bedanke mich bei Vizebürgermeister Bernhard Auinger für die schnelle Umsetzung meines Antrags.“

Dankl will Ausweitung
Im nächsten Schritt brauche es eine Ausweitung auf Menschen, die trotz Arbeit kaum genug zum Leben haben, sagt Dankl: „Wer zum Beispiel im Handel oder als Kindergartenassistentin trotz 40-Stunden-Woche nur 1.400 Euro netto zum Leben hat, gehört auch entlastet. Die ermäßigte Saisonkarte soll für alle Stadt-Salzburg gelten, die unter der offiziellen Armutsgefährdungsgrenze liegen.“ Diese beträgt für Alleinstehende 1.328 Euro. Laut Statistik Austria war 2020 jeder sechste Österreicher armutsgefährdet. Besonders Alleinerziehende und Familien sind betroffen. Deshalb sollte der Bädereintritt für Unter-18-Jährige kostenfrei sein, argumentiert Dankl. Das entlastet Familien und ist gut für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.