Fahrermangel beim O-Bus: Preuner und Auinger sollten auf ihre Chauffeure verzichten

22. August 2022

Es ist besser, ein Chauffeur fährt hundert Fahrgäste im Obus als einen Bürgermeister im Dienstwagen

Der Fahrermangel bei den Salzburger Obussen spitzt sich zu: Mit Blick auf den Schulstart in drei Wochen bleibt fraglich, ob Politik und Salzburg AG einen normalen Busbetrieb garantieren können. Um einen kleinen Beitrag zu leisten, schlägt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) vor, dass die Stadtregierung zukünftig auf ihre Dienstautos mit eigenen Chauffeuren verzichtet. Aktuell haben ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner und SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger jeweils ein Dienstauto mit Chauffeur. „Die Obus-Misere ist eine Zumutung für die Bevölkerung und ein Armutszeugnis der Verkehrspolitik. Preuner und Auinger könnten einen kleinen Beitrag leisten und auf ihre Dienstautos verzichten. Es ist besser, ein Chauffeur fährt hundert Fahrgäste im Obus als einen Bürgermeister im Dienstwagen.“

Mehr Verständnis für Fahrgäste
Als Alternativen könnten Preuner und Auinger je nach Anlass zu Fuß gehen, das Fahrrad oder Taxi nehmen – oder selbst in den Bus steigen. „Die Stadtpolitik wollte die Warnungen vor dem Personalmangel jahrelang nicht hören. Vielleicht steigt das Problembewusstsein, wenn der Bürgermeister gelegentlich selbst mit dem Bus fährt und den mühsamen Alltag der Fahrgäste hautnah erlebt“, sagt Dankl.

Praktische Lösungen wichtiger als Statussymbole
Nach der letzten Gemeinderatswahl lehnten es ÖVP und SPÖ ab, auf ihre Dienstautos zu verzichten. In einer Stadtsenatssitzung im Juni 2019 beschlossen die beiden Parteien gegen die Stimmen von Grünen und FPÖ, dass Preuner und Auinger je einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird. Die Kosten dafür trägt die Allgemeinheit. Hingegen verzichtete Stadträtin Barbara Unterkofler auf ihren Dienstwagen. „Ich verstehe, dass Dienstwägen als Prestigeprojekt für manche ein emotionales Thema sein können. Aber angesichts der Öffi-Krise braucht es praktische Lösungen. Preuner und Auinger könnten hier einen kleinen, auch symbolträchtigen Beitrag leisten“, sagt Dankl.