Erhöhte Wohnbeihilfe seit 1. Juli

12. August 2022

Im Februar kündigte ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein Teuerungspaket an, das genau 12 Millionen Euro umfasst – just die Höhe der Rekord-Gewinnausschüttung der Salzburg AG an die Landesregierung. Neben einem Strom-Abschalteverzicht, der von der Salzburg AG nie umgesetzt wurde, versprach die Landesregierung eine spürbare Erhöhung der Wohnbeihilfe. Diese Unterstützung sollte laut Landtagsbeschluss per 1. Juli um 25 Prozent erhöht werden. Aber anstatt die Teuerung rasch und unbürokratisch abzufedern, macht es die Landesregierung den Mietern schwer, wie Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) aufzeigt: „Viele Salzburger haben mir in meiner Sprechstunde berichtet, dass sie keinen Cent mehr Wohnbeihilfe bekommen. Ihre Auskunft beim Land war, dass sie für die Erhöhung wiederum einen eigenen Antrag stellen müssen. Anstatt die Erhöhung automatisch auszubezahlen, wird die Bevölkerung hier gefrotzelt.“

Landesrätin Klambauer wirft neue Fragen auf
Das Statement von NEOS-Landesrätin Andrea Klambauer in „Salzburg Heute“ am Donnerstag, 11. August, wirft zusätzliche Fragen auf. „Wenn die Landesrätin sagt, es läge nur eine Verzögerung vor, weil man 20.000 Anträge händisch prüfen müsse – müssen die Mieter dann bis Weihnachten oder bis Ostern auf ihr Geld warten?“, sagt Dankl, der auf eine Nachbesserung drängt: „Das Land kennt die Daten aller, die jetzt schon Wohnbeihilfe beziehen, und sollte den erhöhten Betrag automatisch ausbezahlen. Die Erhöhung muss auch für alle rückwirkend per 1. Juli gelten.“

Preise, Mieten und Parteienförderung steigen automatisch
Dankl ortet ein Ungleichgewicht in der Regierungspolitik. „Mit der Teuerung steigen die Preise, die Steuereinnahmen, die Mieten nach dem Mietrechtsgesetz und sogar die Parteienförderung automatisch. Aber wenn Bürgern eine Entlastung versprochen wird, legt man ihnen bürokratische Steine in den Weg. Die Landesregierung macht es leider nicht besser als der Bund, dessen Chaos um die 150-Euro-Energiegutscheine andauert“, sagt Dankl: „Je mühsamer das Verfahren, desto größer ist die Gefahr, dass diejenigen leer ausgehen, die die Hilfe am dringendsten benötigen: Ältere ohne Internet- und Email-Zugang, Menschen mit wenig Einkommen und niedriger Bildung, sowie alle, die bei komplizierten Formularen und beim Behörden-Labyrinth verzweifeln.“

Zur Sicherheit jetzt gleich Antrag stellen

Alle die Wohnbeihilfe vom Land beziehen sollten am Besten jetzt gleich einen Antrag stellen oder zusätzlich einen neuen beantragen. Informationen dazu sind hier zu finden.