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Städtische Lastenrad-Förderung „am sozialen Auge blind“

Wer in einem Wohnblock ohne eigenen Garten lebt, hat nicht den nötigen Platz für geförderte Lasten-Räder

Mit jährlich 40.000 Euro aus öffentlichen Mitteln fördert die Stadt Salzburg den privaten Ankauf von Transport-Fahrrädern und Rad-Anhängern. Während die Höhe der Förderung traditionell für Streitigkeiten zwischen ÖVP und Grünen sorgt, macht Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) auf einen blinden Fleck bei der Förderung aufmerksam: Wer in einem Wohnblock ohne eigenen Garten wohnt, hat oft nicht einmal den Platz, um ein Lastenrad anzuschaffen. „Transport-Räder sind praktisch, um Einkäufe, kleine Möbel oder eine Kiste Bier zu transportieren. Aber den meisten Bewohnern von Wohnblocks fehlt schlicht der Platz, um ein großes Rad abzustellen. Die Stadt darf nicht nur Klimapolitik für Eigenheim-Besitzer mit großem Garten machen“, fordert Dankl.

Kein Platz in Wohnblocks
Die Fahrradkeller vieler Wohnanlagen sind zu klein und unzugänglich, um ein Lastenfahrrad von zwei Meter Länge oder mehr unterzubringen. Ein teures Transportfahrrad im Freien abzustellen, birgt hingegen ein hohes Diebstahl-Risiko. In den Stiegenhäusern und Gängen reicht oft schon ein Kinderwagen oder Rollator, um Nachbarschaftskonflikte auszulösen – von einem Fahrrad ganz zu schweigen. „Dass die Wohnform viele Menschen von neuen Mobilitätsformen und der städtischen Förderung ausschließt, scheint die Stadtregierung nicht am Schirm zu haben“, sagt Dankl: „Offenbar leben nicht so viele Stadtpolitiker in Wohnblocks und denken nicht daran, dass die Lebensrealität ohne Garten eine andere ist.“

Politik und Genossenschaften müssen nachrüsten
„Über die Förderhöhe zu streiten, ohne zu schauen, wer durch die Wohnformen ausgeschlossen bleibt, ist eine Klimapolitik, die am sozialen Auge blind ist. Da darf man sich nicht wundern, wenn viele Menschen sich verärgert abwenden“, sagt Dankl. Bei Neubauten gibt es zwar zeitgerechte Mobilitätskonzepte, aber bei Bestands-Häusern geht nichts weiter.

Dankl sieht die Stadt- und Landesregierung, sowie die gemeinnützigen Wohnbauträger gefordert, um bei bestehenden Wohnanlagen nachzurüsten: „Beim Land liegen Millionen aus der Wohnbauförderung ungenutzt herum, die im Landesbudget versickern. Mit einem kleinen Teil davon könnte man Wohnblocks nachrüsten, damit Menschen ohne eigenen Garten nicht mehr von der Transportrad-Förderung ausgeschlossen werden.“