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Städtische Bäder: Eintrittspreise wieder empfindlich teurer

Während in Freilassing Kindern und Jugendlichen kostenfrei baden können, schraubt die Salzburger Stadtregierung die Freibad-Preise wieder in die Höhe

Eine unangenehme Überraschung für viele Freibad-BesucherInnen: Mitten in der Corona-Pandemie erhöht die Salzburger Stadtregierung wieder die Eintrittspreise auf einen neuen Höchststand. Ob Familien, Viel-Bader oder sporadische Freibad-Besucher: Wer Abkühlung sucht, muss noch tiefer in die Geldtasche greifen als je zuvor.

Während im ersten Corona-Jahr die Preise gesenkt wurden, kostet der Einzeleintritt für Erwachsene heuer ein Viertel mehr (von vier auf fünf Euro). Der 10er-Block und der 25er-Block wurden um ein Fünftel teurer (35 auf 42,50 bzw. 70 auf 85 Euro). Gleichzeitig fallen die Saison-Karten Corona-bedingt ersatzlos weg. Für Viel-Bader werden auch Saisonkabinen (um ein Drittel) und Saisonkästchen (um die Hälfte) teurer gegenüber dem Vorjahr.

Wer in neun- bis zehnwöchigen Badesaison die sonnigen Tage im Freibad verbringt und zwei 25er-Blöcke braucht, zahlt heuer rund 30 Euro mehr als noch im Vorjahr. Auch im Vergleich zu den Preisen 2018 und 2019 sind die diesjährigen Tarife auf einem Höchststand. Eine schmerzhafte Verschlechterung bringen die saftig erhöhten Preise auch für Familien. Der Familienblock wurde um über ein Drittel teurer. Das Tarif-Modell beim Familienpass wurde geändert – und ebenfalls verteuert: Selbst mit Familienpass muss eine Familie mit drei Kindern statt bisher 8 Euro nun 14,60 Euro zahlen (82% teurer).

Belastung auf Kosten der breiten Mehrheit
„Die Stadtregierung hätte die Preise auf dem Vorjahr-Niveau lassen sollen. Viele Salzburger haben Corona-bedingt an Einkommen verloren und können sich keinen Urlaub leisten. Im Millionen-schweren Stadtbudget fallen die Preiserhöhungen kaum ins Gewicht, aber für viele Salzburger sind sie eine schmerzhafte Belastung“, sagt Dankl: „Das einzig Positive ist, dass Pommes und das Eis nicht teurer geworden sind. Während der private Buffet-Betreiber die Preise stabil hält, dreht die Stadtregierung kräftig an der Preisschraube.“

Freilassing lässt Kinder und Jugendliche kostenfrei baden
Der Blick über die Grenze zeigt, dass es auch anders geht: In Freilassing dürfen Kinder und Jugendliche kostenlos baden. Dasselbe hat Dankl im Juni per Antrag an die Stadtregierung als Danke-Schön für Familien, die die Hauptlast der Corona-Krisenpolitik getragen haben, auch vorgeschlagen. Vom Ressort-Verantwortlichen Auinger kam prompt eine Absage: Für ein solches Danke-Schön für Familien, Kinder und Jugendliche sei kein Geld da.

“Für Prestige-Projekte wie den Ausbau der Festspielanlagen lässt die Stadtregierung ohne große Debatte jährlich 10 Millionen Euro an Steuergeldern fließen – für die nächsten zehn Jahre. Aber für einen leistbaren Freibad-Eintritt für Familien, Kinder und Jugendliche sei kein Geld da? Das ist unsozial und eine Belastung für die breite Mehrheit”, kritisiert Dankl.

Eine soziale Politik im Interesse der breiten Mehrheit sieht anders aus“, sagt Dankl. Er nimmt den Ressort-Zuständigen Bernhard Auinger in die Pflicht und will mit einer schriftlichen Anfrage erfahren, wie es zu einer so abrupten Preis-Steigerung kommen konnte, obwohl die Corona-Krise viele Salzburger Haushalte noch schwer belastet.