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Asfinag-Areal: temporäres Wohnen als Zwischennutzung

Temporäres Wohnen für Lehrlinge und Studierende soll den angespannten Wohnungsmarkt entlasten

In Salzburg-Liefering liegen beim ehemaligen Asfinag-Gelände 51.200 Quadratmeter brach. Das Areal der früheren Autobahnmeisterei wurde 2014 von der Salzburg AG gekauft. Der Plan für eine neue Obus-Remise wurde aber 2019 aus Kostengründen verworfen. Die Salzburg AG behält die Fläche als Grundstückreserve, die zukünftige Nutzung steht in den Sternen. Als Zwischennutzung schlägt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) nun vor, dort temporäres Wohnen für junge Menschen zu ermöglichen: „Hier liegen umgerechnet sieben Fußballfelder brach. Bis die Salzburg AG sich für eine endgültige Nutzung entscheidet, braucht es eine sinnvolle Zwischennutzung. Angesichts der steigenden Wohnkosten könnten hier temporäre Wohnungen für Studierende und Lehrlinge entstehen, um den angespannten Salzburger Wohnungsmarkt zu entlasten.“

Vorbild „Home 21“ in Wien  
Als Vorbild nennt Dankl das Pilotprojekt „HOME 21“ in Wien-Floridsdorf. Dort wurden 2018 auf einer brachliegenden Fläche 241 temporäre Wohnungen errichtet. Die Wohnanlage ist so angelegt, dass sie nach spätestens 15 Jahren wieder demontiert oder für eine neue Nutzung angepasst werden kann, etwa für Büros. Für die Wohnungen gelten niedrige Mietzinsobergrenzen und es sind keine Finanzierungsbeiträger der Mieter notwendig. Die Zielgruppe sind vor allem junge Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt noch nicht festgelegt haben. In der Schweiz und Deutschland gibt es auch temporäre Wohnsiedlungen, die mit Containern arbeiten und kleine Wohnungen, Wohngemeinschaften und Garconnaires bieten.

Zuhause auf Zeit für junge Menschen
„Temporäres Wohnen wäre eine sinnvolle Zwischennutzung des riesigen Areals. Das eignet sich als Zuhause auf Zeit gut für Lehrlinge und Studierende, die selbstständig und günstig wohnen wollen – und nach einigen Jahren ohnehin umziehen. Wenn Studierende und Lehrlinge dort unterkommen, werden andere Wohnungen frei und der angespannte Wohnungsmarkt wird entlastet“, sagt Dankl. Bei Studierenden und Lehrlingen sei auch das Risiko gering, dass sie nicht mehr ausziehen und aus der Zwischennutzung ein dauerhaftes Projekt werde. Am südöstlichen Teil des Grundstücks, Richtung Einfamilienhäusern bei der Schmiedingerstraße und beim Hubertusweg, ist es ausreichend ruhig. Die Stadtlage und Verkehrsanbindung sind gut.  

Stadt und Land gefordert
Dankl sieht die Stadt- und Landespolitik am Zug: „Die Salzburg AG als Grundstückseigentümerin gehört zu drei Viertel der Stadt und dem Land Salzburg. Anstatt die 51.200 Quadratmeter brachliegen zu lassen, soll für einige Jahre ein Beitrag zur Lösung der Salzburger Wohnungskrise geleistet werden.“ Hier biete sich eine Zusammenarbeit mit dem Salzburger Studentenwerk an, das bereits zehn Wohnheime in Salzburg betreibt. „Der Ball liegt bei Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP), ein temporäres Wohnprojekt anzugehen, das unter dem Strich allen Salzburgern etwas bringt“, sagt Dankl.