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Für Risikogruppen: Taxi zum Öffi-Tarif

„Die Impfungen gehen nur schleppend voran, die Ansteckungszahlen steigen. Um Ältere und Risikogruppen zu schützen, kann die Stadt Salzburg von Tübingen lernen. Dort fahren Senioren billiger mit dem Taxi, um sich vor einer Ansteckung in vollen Bussen oder S-Bahnen zu schützen“, sagt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS). In Tübingen können Menschen über 60 zum Öffi-Tarif ein Taxis rufen, etwa für den Weg zum Arzt oder bei Behördengängen. Die Differenz zum Taxis-Tarif übernimmt die Stadt. Dankl will dieses Modell nun auch für die Stadt Salzburg: „Mit Taxis zum Öffi-Tarif für Senioren und andere Risikogruppen kann die Stadt helfen, Ansteckungen zu vermeiden – und der schwer angeschlagenen Taxi-Branche helfen.“

Senioren besser schützen

Der süddeutschen Stadt Tübingen mit 90.000 Einwohnern ist es gelungen, ältere Menschen besser vor Corona-Ansteckungen zu schützen. Anstatt Alters- und Pflegeheime für Besuche zu sperren, können Verwandte direkt am Eingang Corona-Tests durchführen. Das schützt die Bewohner und ermöglicht Besuche durch Kinder und Enkerl. Spezielle Einkaufszeiten schützen Senioren in Supermärkten. Eine eigene Corona-Beauftragte hat auch in Zeiten niedriger Ansteckungszahlen an Vorbereitungen gearbeitet. Die Kosten aller Maßnahmen liegen nach Medienberichten bei rund einer Million Euro. „Tübingen macht es besser und schützt die Alten und Risikogruppen. Davon kann die Stadt Salzburg etwas lernen, gerade wenn die Zahlen wieder steigen“, sagt Dankl. Am kommenden Montag will er per Gemeinderatsantrag der Stadtregierung ein solches Modell vorschlagen.

Hilfe für angeschlagene Taxis-Branche

Gleichzeitig könne die Stadt damit der angeschlagenen Taxi-Branche unter die Arme greifen. Die Tourismus-Flaute, der Einbruch beim Messebetrieb und der Entfall vieler Dienstreisen trifft die Salzburger Taxis hart. Eine Erholung ist noch nicht in Sicht. Hinzu kommt die verschärfte Konkurrenz durch „Uber“. Seit 1. März ist durch das „Lex Uber“ das Taxi-Fahren ohne Taxameter möglich. Das US-amerikanische Unternehmen hat bereits angekündigt, sein Angebot in Salzburg auszubauen. Der Kampf um die wenigen Fahrgäste wieder dadurch noch härter.