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Umsatzdaten zeigen: AirBnB-Problem größer als erwartet

Die erstmals gemeldeten Umsatzdaten von AirBnB sind für das Jahr 2020 doppelt so hoch ausgefallen wie erwartet – trotz Corona-Krise und Tourismusflaute. Statt der erwarteten 20 Mio. Euro muss AirBnB wegen der mit Jahresbeginn eingeführten Digitalsteuer rund 40 Mio. Euro zahlen. Das berichtete die Wiener Zeitung, Mittwoch. Damit liegen, nach Jahren des Schweigens durch den Internetkonzern, erstmals Zahlen zum Umfang des AirBnB-Geschäfts in Österreich vor. „Die Hotellerie ist heuer um bis zu 80% eingebrochen, aber AirBnB hat doppelt so viel Geschäft gemacht wie prognostiziert. Das Problem ist also viel größer als erwartet“, sagt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS).

Steuerzahler dreifach belastet
Wenn trotz Corona und Tourismus-Flaute der Umsatz von AirBnB doppelt so hoch ist wie erwartet, kann man sich vorstellen, wie viele Wohnungen in einem normalen Jahr vermittelt werden. Es geht um unzählige Nächtigungen, die der Hotellerie fehlen. „Die Steuerzahler zahlen gleich dreifach drauf: erstens durch den Steuerentfall bei den Hotels, denen AirBnB das Wasser abgräbt, zweitens für die Millionen-schweren Staatshilfen, die jetzt an notleidende Hotels fließen, und drittens durch teure Mieten, die steigen, wenn AirBnB dem Wohnungsmarkt tausende Wohnungen entzieht“, sagt Dankl.

Bekanntgabe am Vorabend von Weihnachten
Der Zeitpunkt der erstmaligen Bekanntgabe der AirBnB-Umsatzdaten für Österreich ist ein bemerkenswerter Zufall: Ausgerechnet am 23. Dezember, am Vorabend von Weihnachten, wurde die Information publik gemacht. „AirBnB missbraucht den Weihnachtsfrieden und versteckt sich hinter dem Christkind. Die brisante Information soll offenbar in der Weihnachtspause still und leise untergehen, um eine öffentliche politische Debatte zu unterbinden“, kritisiert Dankl: „Die Entscheidungen fallen dann wieder in den Hinterzimmern, wie schon bei Uber. Die Lobbyisten von AirBnB sind offenbar ihr Geld wert.“

Nationalrats-Anfrage an Finanzminister
Die Meldung der AirBnB-Umsatzdaten an das Finanzministerium ist eine Chance, verlässliche Zahlen für die Stadt Salzburg zu gewinnen. In dieser Tourismus-Hochburg und mit Blick auf die teuren Wohnkosten ist die AirBnB-Problematik hier besonders brisant. „Ich werde die Salzburger Nationalratsabgeordneten aller Parteien bitten, eine parlamentarische Anfrage an den Finanzminister zu stellen: Wie viel Geld wurde in der Stadt Salzburg umgesetzt? Wie viele Personen haben die Digitalsteuer abgeführt?“, sagt Gemeinderat Dankl. Diese Daten können ein exaktes und aktuelles Bild liefern. „In den Hotspots, wo Hotelbetten leer sind und die Wohnkosten explodieren, braucht es ein temporäres AirBnB-Verbot“, fordert Dankl.