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Ärger über Hotel-Wildwuchs

Trotz steigender Wohnkosten und Tourismus-Flaute sollen elf Hotel-Projekte ganze 2.000 zusätzliche Betten in die Stadt Salzburg bringen. Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) kritisiert, dass Stadtplanung die Balance aus dem Auge verloren haben: „Jahr für Jahr verfehlt Salzburg die Ziele beim geförderten Wohnbau, aber ein Hotel nach dem nächsten sprießt aus dem Boden. Anstatt noch mehr spekulative Hotelprojekte von Investoren braucht es mehr leistbare Wohnungen. Jeder Quadratmeter Fläche ist wertvoll, damit Wohnen für die große Mehrheit der Salzburger wieder bezahlbar wird.“

Elisabeth-Vorstadt: 18 Hotels auf einem halben Quadratkilometer

Bezeichnend ist das Hotelprojekt an der Ecke Rainerstraße/Ferdinand-Porsche-Straße. Der frühere Firmensitz der Tauernkraftwerke mit der charakteristischen Turbine am Eingang wird von einer Wiener Immobilienfirma zu einem Hotel umgebaut. „In der Elisabeth-Vorstadt drängen sich jetzt schon 18 Hotels auf einem halben Quadratkilometer. Jetzt kommt noch eines dazu. Stattdessen könnten hier 30-40 leistbare Wohnungen entstehen“, sagt Dankl. 

Kritik: jahrelange „Politik für Investoren“

Erst im September hat der Gemeinderat der Stadt Salzburg beschlossen, dass neue Hotelprojekte bereits ab 60 statt 120 Zimmer eine Genehmigung brauchen. Zu spät, sagt Dankl: „Jahrelang haben die Stadtregierungsparteien weggeschaut und stillschweigend Politik für Investoren gemacht. Beim Bau eines neuen Hotels in der Fanny-von-Lehnert-Straße 2019 sind dutzende ehemalige Eisenbahnerwohnungen abgerissen worden. Die Stadtregierung unter Bürgermeister Schaden und Stadtrat Padutsch hatte versprochen, wieder Wohnungen zu errichten. Stattdessen wuchs ein Billig-Hotel in die Höhe.

Nach viel Druck aus der Bevölkerung gibt es eine halbherzige Reaktion mit der neuen Betten-Grenze. Die Verdrängung von Wohnraum geht aber weiter.“ So habe die neue Regelung große Lücken: Hotelprojekte und Beherbergungsbetriebe mit einer niedrigeren Zimmeranzahl werden auch in Zukunft im Gemischten Wohngebiet ohne eine Genehmigung möglich sein.

Wohnraum schützen

Das neue „Räumliche Entwicklungskonzept“ (REK) der Stadt Salzburg müsse den Schutz von Wohnraum und mehr Flächen für den geförderten Wohnraum sicherstellen, fordert Dankl. „Jeder Baum ist in Salzburg besser geschützt als Wohnraum. Wenn Investoren Wohnungen abreißen, sollten sie als Ausgleich wo anders leistbaren Wohnraum schaffen müssen“, sagt Dankl: „Außerdem muss die Stadt Flächen reservieren für kommunalen und genossenschaftlichen Wohnbau.“