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Tag gegen Gewalt an Frauen: Salzburg braucht Übergangswohnungen

Tag gegen Gewalt an Frauen:

Salzburg braucht Übergangswohnungen Für eine gesicherte Wohnversorgung für gewaltbetroffene Frauen fordert KPÖ PLUS Übergangswohnungen Der Mittwoch, 25. November, ist internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. In der Stadt Salzburg nimmt das Frauenhaus jährlich rund 100 Frauen auf, die von Gewalt betroffen sind. Sobald der unmittelbare Schutz des Frauenhauses nicht mehr benötigt wird, beginnt für viele Frauen eine mühsame Wohnungssuche. Rund die Hälfte der betroffenen Frauen hat nach der Trennung vom Partner einen dringenden Wohnbedarf. „Der Lockdown, steigender Arbeitslosigkeit und der finanzielle Druck erhöhen das Risiko häuslicher Gewalt.

Gleichzeitig steigen die Wohnkosten.

Damit gewaltbetroffene Frauen jetzt nicht unter die Räder kommen, braucht es Übergangswohnungen“, fordert Sabine Helmberger von KPÖ PLUS Salzburg. Stadt verschärfte Hürden für Wohnungsvergabe In Übergangswohnungen können gewaltbetroffene Frauen mit ihren Kindern vorläufig wohnen, wenn sie nicht mehr den unmittelbaren Schutz des Frauenhauses benötigen.

Anders als etwa in Tirol und Wien hat Salzburg keine Übergangswohnungen. In der Vergangenheit hat die Versorgung mit Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen gut funktioniert. Seit 2017 gelten in der Stadt Salzburg aber erhöhte Hürden: Um für eine Gemeindewohnung anzusuchen, muss man seit mindestens fünf Jahre durchgehend in der Stadt gemeldet sein. Zieht hingegen jemand nach einer Trennung zum Beispiel aus dem Flachgau oder Innergebirge in die Landeshauptstadt, besteht zunächst keine Chance auf eine Gemeindewohnung. Rund die Hälfte der Frauen, die im Salzburger Frauenhaus aufgenommen werden, erfüllen die verschärften Kriterien nicht. Privater Wohnungsmarkt zu teuer Auch die Genossenschaften vergeben immer weniger Wohnungen an Bewohnerinnen der Frauenhäuser.

Ein Grund dafür ist, dass immer mehr GSWB-Wohnungen durch die Stadt vergeben werden und unter die engen Vergabekriterien fallen. Mangels Alternativen bleibt vielen gewaltbetroffene Frauen nur mehr der teure private Wohnungsmarkt. Frauen, die sich nach einer Trennung in Umschulung befinden oder Kinder betreuen, werden von vielen Vermietern nicht genommen. Die teuren Mieten bergen zusätzlich das Risiko, sich zu verschulden. „Wenn die Stadtregierung schon den Zugang zu Gemeindewohnungen erschwert, muss sie einen Ausgleich schaffen“, sagt Helmberger.

Übergangswohnungen für Salzburg gefordert

„Andere Bundesländer zeigen, wie es geht: In Oberösterreich können Frauen- und Sozialeinrichtungen eigenständig Übergangswohnungen vergeben. Alternativ können Frauenhäuser mit einem ausreichenden Budget selbst Übergangswohnungen anmieten, möblieren und an gewaltbetroffene Frauen vergeben“, sagt Helmberger: „In Salzburg macht die zuständige Landesrätin Klambauer (NEOS) Druck, dass Frauen die Frauenhäuser rasch verlassen. Gleichzeitig tut sie nichts, um leistbare Übergangswohnungen zu organisieren. Das passt nicht zusammen. Stadt und Land Salzburg sollten als Pilotprojekt den Frauenhäusern 10-20 Übergangswohnungen zur selbstständigen Vergabe bereitstellen.“