Aktuelles

“Ohne AirBnB-Stopp sind Tourismus-Millionen verbranntes Geld”

AirBnB-Verbot

MIt einem Knopfdruck könnte die Salzburger Politik der Hotellerie helfen und die Wohnbevölkerung entlasten

Über zwei Millionen Euro an öffentlichen Geldern geben Stadt und Land Salzburg für Tourismuswerbung aus, um Gäste nach Salzburg zu bringen und die Zahl der Nächtigungen zu steigern. Das soll die angeschlagene Hotellerie stützen und Arbeitsplätze schaffen. Die Wirkung droht aber zu verpuffen, wenn die kommerzielle Zweckentfremdung von Wohnungen über AirBnB nicht gestoppt wird, warnt Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS): „AirBnB schafft keine Arbeitsplätze und entzieht der Bevölkerung dringend benötigten Wohnraum. Die einzigen, die dabei gewinnen, sind die großen Immobilienfirmen, die sich eine goldene Nase verdienen. Die Millionen für Tourismus-Werbung wandern direkt deren Taschen, wenn die kommerzielle AirBnB-Vermietung nicht gestoppt wird.“

Bis zu 547.000 Nächtigungen fehlen
Allein in der Stadt Salzburg werden aktuell über 800 Wohnungen auf AirBnB angeboten. Bei rund 2,5 Personen pro Wohnungsbuchung und einer Auslastung bis zu 75% entspricht das einem Potenzial von 547.500 Nächtigungen, die in der Hotellerie fehlen. Das ist ein großer Brocken. Zum Vergleich: In der ganzen Stadt Salzburg gab es 3,1 Millionen Nächtigungen (2019).

Wohnraum fehlt der Bevölkerung
Mehr als die Hälfte der 698 AirBnB-Wohnungen in der Stadt Salzburg werden dauerhaft dem Wohnungsmarkt entzogen. Dabei sind überwiegend kommerzielle Anbieter tätig. Mit dem ursprünglichen Idee, Gäste im eigenen Zuhause aufzunehmen, hat das heute nichts mehr zu tun. Das zeigte eine Studie der Universität Salzburg im Februar 2019.

Landesregierung schaut weg
An diesem Problem hat auch die Landesregierung nichts geändert. Sie setzt an der völlig falschen Stelle an: Sie sich nur so weit getraut, dass AirBnB-Vermieter sich registrieren und die Ortstaxe zahlen müssen. Dieser Aufwand schreckt zwar einfache Mieter und Mieterinnen davon ab, während dem Urlaub ihre Wohnung für ein paar Tage oder Wochen anderen zur Verfügung zu stellen. Aber kommerzielle Anbieter, die viele Wohnungen besitzen, große Gewinne einstreichen und ein Heer an Anwälten beschäftigen, lassen sich so von ihrer Geschäftemacherei nicht abhalten.

Gemeinden sollen entscheiden
Als Modell sei denkbar, dass das Land den 119 Salzburger Gemeinden die Möglichkeit gibt, eigenständig über ein Verbot kommerzieller AirBnB-Vermietung zu entscheiden. Neben der Stadt Salzburg könnte das etwa auch für Zell am See interessant sein. Ein Stopp für die kommerzielle AirBnB-Vermietung ist jetzt gerade wichtiger als den Betten-Stopp bei neuen Hotelbauten, den die Stadt-NEOS zuletzt ins Spiel brachten, der aber nur verzögert wirke.

Über 700 AirBnB-Wohnungen leer!
Aktuell werden in der Stadt Salzburg für einen viertägigen Aufenthalt Mitte Juni auf AirBnB über 700 Wohnungen in der Stadt Salzburg angeboten. Das zeigte eine Stichprobe von heute, Mittwoch. Das sind genauso viele wie zum Höhepunkt der Corona-Krise im April. Während in der irischen Hauptstadt Dublin nach dem Corona-bedingten Einbruch der Apartment-Vermietung das Angebot an Mietwohnungen um 64% gestiegen ist, hat sich in Salzburg nichts verändert. „Mit einem Knopfdruck könnte die Salzburger Politik AirBnB stoppen, der angeschlagenen Hotellerie helfen und die Bevölkerung beim teuren Wohnen entlasten“, sagt Dankl.