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Betuchte Festspiel-Gäste: Hilfe für Beschäftigte statt Karten-Rückgabe

Offener Brief an Festspielpräsidenten helga Rabl-Stadler

Noch hängt das Schicksal der Sommerfestspiele zum 100-Jahres-Jubiläum an einem seidenen Faden. Für den Fall einer Absage sollten die Festspiele jetzt schon vorbauen, um die Arbeitenden hinter den Kulissen aufzufangen, schlägt Gemeinderat Kay-Michael Dankl in einem offenen Brief an Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler vor. “Zu den Festspielgästen zählen einige der reichsten Gruppen Europas. Festspielpräsidentin Rabl-Stadler könnte die Festspielgäste in einem Aufruf bitten, einen Beitrag zu leisten und auf die Rückerstattung ihrer Tickets zu verzichten”, sagt Dankl: “Mit dem ersparten Geld könnten die Festspiele diejenigen unterstützen, die eine Absage existenziell trifft: die Billeteure, Techniker, Statisten, selbstständige Zulieferer und Kulturschaffende.”

Hilfe für Beschäftigte
Es gibt auch Besucher, die sich eine teure Karte ein Jahr lang vom Mund absparen. Die sollten sie natürlich rückerstatten können. Aber für viele langjährige Festspielgäste sind die Kartenpreise Peanuts”, sagt Dankl. Mit einem Rückerstattungsverzicht könnten sie Salzburgern in einer schwierigen Zeit etwas zurückgeben, die seit einigen Jahren auch die negative Folgen der Festspiele zunehmend spüren, wie das Fehlen der meist leerstehenden “Festspielwohnungen” am angespannten Wohnungsmarkt.

Karten um mehr als 20 Millionen Euro
In Linz hat die Kulturplattform Oberösterreich (KUPF OÖ) bereits im März Besucher aufgerufen, sich Tickets nach Möglichkeit nicht rückerstatten zu lassen, wenn man das Geld nicht dringend braucht. Für die Salzburger Pfingstfestspiele, die am 6. April abgesagt wurden, haben bereits zwei Drittel der Besucher eine Rückerstattung angemeldet. Insgesamt wurden dafür 11.000 Tickets mit einem Nettowert von 1,3 Millionen Euro verkauft. Für die Sommerfestspiele wurden bereits Karten um mehr als 20 Millionen Euro verkauft. Die Entscheidung über eine Absage durch die Festspielgesellschaft oder die Bundesregierung soll spätestens Ende Mai fallen.

Offener Brief an Festspielpräsidentin Rabl-Stadler:

Offener Brief_Rabl-Stadler