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Corona-Virus: Stadt & Land sollen bereits erfolgte Stromabschaltungen aufheben

Öffentliche & kostenlose online-diskussion am freitag, 20. märz

Dass die Salzburg AG laufende Mahn- und Abschaltverfahren stoppt, ist ein wichtiger Schritt. Aber was ist mit den Salzburgern, die schon seit Monaten oder gar Jahren keinen Strom mehr bekommen? Ohne Strom funktioniert kein Kühlschrank, man kann keine Lebensmittel lagern, hat kein Licht und kann nicht kochen – nicht einmal eine Tasse warmen Tee. Sogar um das Handy aufzuladen oder im Radio die Nachrichten zu hören muss man zu Nachbarn oder zu Bekannten gehen. Wer ohne Strom lebt, ist auf soziale Kontakte angewiesen. Gerade die gilt es jetzt aber zu reduzieren.

„Strom ist ein Grundbedürfnis zum Wohnen und Leben. Ohne Strom geht es nicht – gerade in einer Krisenzeit wie jetzt“, sagt Dankl: „Neben dem Stopp für laufende Abschaltverfahren muss auch den Salzburgern der Strom eingeschaltet werden, die schon länger ohne Strom leben müssen. Wenn schon nicht aus humanistischen Gründen, dann zumindest aus rationalen und pragmatischen Überlegungen.“

Wer die Stromkosten nicht mehr stemmen kann, verfügt meist nur über ein sehr niedriges Einkommen. Viele Betroffene haben Vorerkrankungen. Wenn sie sich jetzt mit dem Corona-Virus anstecken, landen sie mit höherer Wahrscheinlichkeit auf einer Intensivstation. Oberstes Ziel in der jetzigen Situation ist jedoch, die Ansteckungsrate zu verlangsamen, um eine Überforderung der Intensivstationen zu vermeiden.

Wie eine Anfragebeantwortung im Salzburger Landtag von 2012 zeigte, gab es über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich durchschnittlich rund 2.000 Stromabschaltungen im Bundesland. In manchen Fällen gelingt den Betroffenen die Wiedereinschaltung auf Rechnung oder per Münzkasten, in anderen bleibt die Wohnung dunkel. „Die Stadt- und die Landesregierung müssen das Gespräch mit der Salzburg AG suchen, um sicherzustellen, dass alle Salzburger Haushalte in dieser Krisenzeit eine Grundversorgung mit Licht und Wärme haben“, sagt Dankl.