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Leistbares Wohnen: Stadt muss Hotel-Wildwuchs einbremsen

Stadt muss Hotel-Wildwuchs einbremsen

Zwei weitere Hotel-Neubauten in Schallmoos und Bahnhofsnähe

Am Donnerstag hat der Planungsausschuss der Stadt Salzburg einen weitere Hotel-Bau in Schallmoos abgesegnet. Ein zweiter Hotel-Bau in Bahnhofsnähe wurde an den Senat am 9. Dezember zur Beschlussfassung weitergeleitet. In der Vogelweiderstraße 31-33 soll ein Vier-Sterne-Hotel mit 119 Zimmern entstehen. In der Fanny-von-Lehnertstraße in der Elisabeth-Vorstadt soll wiederum ein 15-stöckiges Hotel mit 100 Zimmern in die Höhe wachsen. „Die Stadtpolitik winkt einen Hotel-Bau nach dem anderen durch, während leistbarer Wohnbau auf der Strecke bleibt“, kritisiert Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS), der dem Planungsausschuss als beratendes Mitglied angehört.

Stadt müsse „Notbremse ziehen“

Aktuell stehen auf nur 20 Meter breiten und langen Grundstück in der Fanny-von-Lehnertstraße die Fluchttreppen des Cineplexx Kinos. Der Bebauungsplan wurde bereits im Jahr 2006 abgesegnet. Direkt nebenan betreibt die Hotel-Kette A&O bereits ein Hostel in der Alten Brotfabrik. Zwei Adressen weiter hat erst im August das ebenfalls von A&O betriebene „Wolfgangs“-Hotel eröffnet, wo zuvor Eisenbahner-Wohnungen standen. „Salzburg ist bereits die teuerste Stadt zum Wohnen. Gleichzeitig klagen alle Parteien über Over-Tourismus. In dieser Situation braucht es mehr leistbare Wohnungen statt noch mehr Hotels“, sagt Dankl.

Neues Raumordnungsgesetz als Chance

Eine bessere Handhabe gegen den Hotel-Wildwuchs könnte die Überarbeitung des Salzburger Raumordnungsgesetzes bringen. Derzeit können Hotelbetriebe mit weniger als 120 Zimmer auf Bauland der Kategorie „Erweitertes Wohngebiet“ ohne Sondergenehmigung errichtet werden. Das am Donnerstag abgesegnete Hotel in der Vogelweiderstraße kommt genau auf 119 Zimmer. Der früher geltende Grenzwert von 60 Zimmern wurde 2003 auf Druck touristisch geprägter Landgemeinden aufgeweicht. Die bevorstehende Novellierung des Raumordnungsgesetzes durch die die Landespolitik ist eine Chance, die Bedürfnisse der Landeshauptstadt besser zu berücksichtigen.