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Tag der Kinderrechte: leistbares Wohnen gegen Kinderarmut

leistbares Wohnen gegen Kinderarmut

Zum internationalen Tag der Kinderrechte fordert Gemeinderat Dankl den Bau von Gemeindewohnungen durch die Stadt 

Eltern, die im Wohnzimmer schlafen. Kinder, die im Stiegenhaus lernen: In Wohnungen, die überbelegt sind, fehlt Familien oft der Platz für einfache, alltägliche Aufgaben. Rund 15 Prozent der Österreich leben laut einer Eurostat-Erhebung von 2016 in zu kleinen Wohnungen. Vor allem Alleinerziehende und Familien mit niedrigen Einkommen sind gefährdet. Die Leidtragenden sind oft die Kinder. In der Stadt Salzburg brauche es vor allem mehr leistbare Wohnungen, fordert Gemeinderat Kay-Michael Dankl zum internationalen Tag der Kinderrechte.

Wohnungskrise trifft auch Kinder

Unter zu kleinen Wohnungen leiden auch die Kinder. “Eine Salzburger Familie im Andräviertel muss zu viert in einer Zwei-Zimmer-Wohnung auf 39 Quadratmeter wohnen. Die Eltern schlafen am Boden und haben nicht einmal Platz für einen Kleiderschrank. Die Kinder sind oft krank und haben keinen ruhigen Ort zum Lernen”, berichtet Dankl von einer Familie, die seine Wohn- und Sozialberatung aufsuchte. 

Laut Statistik Austria waren 2018 ein Viertel (25 Prozent bzw. 372.000 Personen) aller Armutsgefährdeten Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Für jeden sechsten Unter-20-Jährigen in armutsgefährdeten Familien gehört Sparen bei der Ernährung zum Alltag. Fünf Prozent leben in kalten Wohnungen, die aus Geldnot nicht ausreichend beheizt werden. Fast jeder dritte junge Mensch (31 Prozent) lebt in einer überbelegten Wohnung. 

Dankl: Stadt muss wieder Gemeindewohnungen bauen

Eine Ursache für die Wohnungsnot sind die teuren Miet- und Betriebskosten. “Die Stadt Salzburg muss wieder selbst leistbare Wohnungen bauen”, fordert Dankl. Er verweist auf die Städte Graz und Wien, die in den letzten Jahren wieder in den kommunalen Wohnbau eingestiegen sind. “Gemeindewohnungen helfen nicht nur, die teuren Wohnkosten in den Griff zu bekommen, sondern sind auch betriebswirtschaftlich sinnvoll”, sagt Dankl: “Auf stadteigenen Gründen und mit günstigen Zinsen kann die Stadt ein Vermögen für die Zukunft schaffen.” Die Stadt Wien gilt dank des Baus von Gemeindewohnungen ab den 1920ern als größter Immobilienbesitzer in Europa. Für Salzburg fordert Dankl den Bau von 10.000 leistbaren Wohnungen in den nächsten zehn Jahren.