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Tag gegen Armut: Wohnen darf nicht arm machen!

Tag gegen Armut: Wohnen darf nicht arm machen!

Der 17. Oktober gilt als weltweiter Tag zur Überwindung von Armut. Im Bundesland Salzburg ist jeder Sechste armutsgefährdet. Im Jahr 2018 waren laut Salzburger Armutskonferenz rund 82.000 Menschen im Bundesland Salzburg von Armut betroffen oder gefährdet. Eine große Belastung sind in der Stadt Salzburg vor allem die teuren Wohnkosten, die Jahr für Jahr auf neue Rekordhöhen klettern. Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ PLUS) sieht die Stadtregierung in der Verantwortung, das Wahlversprechen “leistbares Wohnen” endlich einzulösen: “Wohnen darf nicht arm machen! Um die teuren Wohnkosten endlich in den Griff zu bekommen, braucht es mehr öffentlichen Wohnbau und eine Senkung der überteuerten Kanalgebühr”, fordert Dankl. 

Salzburg: Schlusslicht beim Wohnen

 Die Stadt Salzburg gilt als eine der teuersten Städte zum Wohnen. Mieter und Mieterinnen in der Stadt Salzburg müssen laut Immobilienscout24 im Durchschnitt bereits die Hälfte ihres Haushaltseinkommens für Wohnen ausgeben. In den vergangenen 18 Jahren sind die Mietkosten laut Arbeiterkammer (AK) um 55 Prozent gestiegen. Die Mietkosten einer 70 Quadratmeter-Wohnung sind laut AK von durchschnittlich 677 Euro (2000) auf mittlerweile 1.027 Euro (2018) angestiegen. Viele Salzburger spüren, wie die Preise den Einkommen davongaloppieren: bei der Miete, den Betriebskosten, Strom und Wasser. Mit 1. August hat die Salzburg AG den Preis für Strom um 5,8 Prozent erhöht. Gas wurde um 3,8 Prozent teurer. Mit Oktober steigen nun auch die Kosten für die Fernwärme bei der Salzburg AG um acht bis neun Prozent. 

Überteuerte Kanalgebühr 

Im Zuge der Budgetverhandlungen für 2020 könnte die Salzburger Stadtregierung viele Bewohner und Bewohnerinnen entlasten. Die Kanalgebühr in der Stadt Salzburg ist so hoch wie in keiner anderen Landeshauptstadt. Der Bundesrechnungshof hat aufgezeigt, dass die Stadt ein Drittel mehr einnimmt, als sie für Sanierungen benötigt. Allein in den vier Jahren zwischen 2007 und 2011 waren das laut Bundesrechnungshof über 30 Millionen Euro. Das entspricht pro Haushalt rund 100 Euro im Jahr, die zu viel bezahlt werden. Eine Senkung der Kanalgebühr wäre gerade für Haushalte mit kleinen Einkommen eine spürbare Entlastung, die sofort wirkt.