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Teurer Schulstart: mehr Unterstützung für Eltern notwendig

KPÖ PLUS fordet mehr information für eltern

Zum Schulstart müssen viele Familien tief in die Geldtasche greifen. Zwischen 461 Euro und 1.488 Euro an Kosten fallen pro Schuljahr und Kind an. Wo Eltern Unterstützung beantragen können, ist oft nicht ausreichend bekannt. Die Hälfte aller Eltern fühlt sich schlecht oder gar nicht über die Schülerbeihilfe informiert. Sabine Helmberger, AHS-Lehrerin und Kandidatin von KPÖ PLUS zur Nationalratswahl, fordert nun mehr Information von Stadt und Land Salzburg für die Eltern. 

Hohe Ausgaben für Materialien und Selbstbehalte

Pro Schuljahr fallen laut einer Arbeiterkammer-Studie von 2015 durchschnittlich 857 Euro an Kosten pro Kind an. Dabei gibt es große Unterschied zwischen den Schultypen: In der Volksschule sind es durchschnittlich 461 Euro, bei einer BMHS 1.157 Euro und in der AHS-Oberstufe ganze 1.488 Euro. Ein Drittel dieser Ausgaben fällt konzentriert zu Schulbeginn an. Besonders teuer sind Schreibwaren, Kleidung, Schultaschen und Schuhe. Hinzu kommen während des Schuljahres Beiträge und Selbstbehalte, etwa für Ausflüge und Projekte. Bei ganztägigen Schulen kommen außerdem noch Betreuungs- und Verpflegungskosten hinzu. „Vielen Salzburger Familien bleibt bei den teuren Wohnkosten ohnehin kaum Geld am Ende des Monats. Die Schulausgaben sind für viele der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt Sabine Helmberger.

Schülerbeihilfe zu wenig bekannt

Sabine Helmberger sieht eine große Lücke bei der Aufklärung der Eltern über Unterstützungsmöglichkeiten. Während die Schulstarthilfe von 100 Euro pro Kind jeden September mit der Familienbeihilfe automatisch überwiesen wird, müssen Eltern andere Hilfen eigens beantragen. Wenig bekannt ist hingegen die Schülerbeihilfe. Sie kann ab der 10. Schulstufe beantragt werden, um Familien mit kleinen Einkommen unter die Arme zu greifen. Der Grundbetrag liegt bei jährlich 1.130 Euro. Allerdings fühlt sich laut der Arbeiterkammer-Studie die Hälfte aller Eltern schlecht oder gar nicht über die Schülerbeihilfe informiert.

Ausweitung der Schülerbeihilfe auf 9. Schulstufe

Ein Vorbild könnte das Schulstartpaket sein. Eltern, die auf Mindestsicherung angewiesen sind, werden bereits im Juli per Brief über die Möglichkeit informiert, ein Schulstartpaket mit Schultasche und Schreibgerät zu beantragen. In Salzburg konnte das Schulstartpaket bis Freitag, 6. September beantragt werden – ein Woche kürzer als etwa in Oberösterreich. „Angesichts der teuren Wohn- und Lebenshaltungskosten ist vor allem die Stadt Salzburg gefordert, Eltern besser über die Schülerbeihilfe aufzuklären“, fordert Helmberger: „Außerdem sollte die Schülerbeihilfe schon ab der 9. Schulstufe beantragt werden können, wie auch die Arbeiterkammer fordert.“

Praktische Informationen:

Anträge für die Schülerbeihilfe können bis 31. Dezember bei der Bildungsdirektion gestellt werden. Das Formular ist auf www.schuelerbeihilfen.bmb.gv.at abrufbar.

Informationen zum Schulstartpaket sind hier abrufbar.