Teure Maklerprovision abschaffen: KPÖ PLUS begrüßt ÖVP-Kurswechsel

Abschaffung der Maklerprovision hilft teure Wohnungseinstiegskosten zu senken

Fünf Wochen vor der Nationalratswahl findet eine langjährige Forderung von KPÖ PLUS unerwartete Zustimmung: Am Dienstag erklärte ÖVP-Wohnungssprecher Johann Singer, dass die Volkspartei nun für die Abschaffung der Maklerprovision für Mieter eintritt. Nach dem Besteller-Prinzip sollen zukünftig die Vermieter die Provision zahlen. Bisher hatte die ÖVP dieser Forderung stets abgewiesen. „Wenn es die ÖVP tatsächlich ernst meint, kann sie einen entsprechenden Antrag noch vor der Wahl im Parlament einbringen. Eine Mehrheit dürfte sich dort ziemlich sicher finden“, sagt Kay-Michael Dankl, Salzburger Spitzenkandidat für KPÖ PLUS.

Allein die Wohnungseinstiegskosten machen in Österreich durchschnittlich so viel aus wie die Miete für ein halbes Jahr. Die Maklerprovision in der Höhe von zwei Monatsmieten ist dabei ein wichtiger Faktor. Hinzu kommen die Kosten für die Kaution, für Möbel und den Umzug. In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Holland, Belgien, Norwegen, Irland oder der Schweiz müssen die Mieter keine Provision zahlen. Seit 1. Juni 2015 muss auch in Deutschland der Vermieter als Auftraggeber die Provision leisten.

Gerade für Salzburg erhofft sich Dankl eine Erleichterung. Nirgends müssen die Menschen so viel von ihrem Einkommen für Wohnen ausgeben wie in der Stadt Salzburg. Laut dem Erschwinglichkeitsindex 2018 von Immobilienscout24 geben die Stadt-SalzburgerInnen durchschnittlich 37% ihres Haushaltseinkommens für Wohnen aus (in Graz sind in ca. 25%). Für Mietwohnungen fallen durchschnittlich 41% des Haushaltsnettoeinkommens an. Mit Betriebskosten müssen MieterInnen sogar 50% ihres Einkommens fürs Wohnen zahlen.